Künftig können die Freiberger Bürger*innen über einen kleinen Teil des städtischen Haushalts selbst bestimmen. Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde in der Stadtratssitzung vom 3.9. mit deutlicher Mehrheit angenommen.
Der Beschluss sieht vor, in den nächsten Doppelhaushalt jährlich 25.000 Euro einzustellen, über deren Verwendung die Freiberger Bürger*innen entscheiden. Sie können eigene Ideen und Wünsche einbringen, über die dann von der Bevölkerung abgestimmt werden soll. Wie genau das mit möglichst wenig Bürokratie umgesetzt werden kann, dazu wird die Stadtverwaltung nun ein Verfahren erarbeiten.
„Beim Bürgerbudget entscheiden die Menschen selbst – direkt, über einen begrenzten Betrag“, sagte Fraktionsvorsitzender Johannes Brink in seiner Rede. „Hier wird Demokratie erlebbar: Man schlägt etwas vor, andere stimmen zu, und wenig später steht die Bank oder der Fahrradständer tatsächlich da. Diese Erfahrung – meine Stimme hat etwas bewegt – animiert Menschen, sich einzubringen und ihre Stadt mitzugestalten.“
Dass das Bürgerbudget funktioniert, zeigt z.B. die Stadt Potsdam. Dort schlagen Bürger*innen seit 2021 konkrete Projekte vor, die direkt vor Ort finanziert werden. Die Stadt Meißen mit 28.000 Einwohner*innen gibt seit 2022 jährlich 58.000 Euro in ein Bürgerbudget.